Wer in einem Online-Shop bestellt, trifft spätestens im Checkout eine sensible Entscheidung: Kundinnen und Kunden übermitteln persönliche Daten und wählen eine Zahlungsart, über die unmittelbar Geld bewegt wird. Genau an diesem Punkt zeigt sich, wie tragfähig das Vertrauen in einen Shop ist. Zahlungssicherheit im E-Commerce ist deshalb weit mehr als eine technische Aufgabe für Zahlungsdienstleister. Sie betrifft die gesamte Customer Journey, den Schutz von Kundendaten, die Betrugsprävention und die Wahrnehmung des Shops als verlässlicher Anbieter.

Für Unternehmen entsteht daraus eine doppelte Anforderung. Einerseits müssen sichere Online-Zahlungen technisch und organisatorisch gewährleistet werden. Andererseits darf der Bezahlprozess nicht unnötig kompliziert wirken. Sicherheitsmaßnahmen, Nutzerführung und Trust-Signale im E-Commerce sollten daher aufeinander abgestimmt werden.

Die wirtschaftliche Relevanz nimmt zu. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wurden 2025 erstmals 55 Prozent der erfassten Einkäufe bargeldlos bezahlt. Internetbezahlverfahren erreichten einen Anteil von 6 Prozent und damit einen doppelt so hohen Wert wie 2023. Diese Werte beziehen sich auf sämtliche in der Studie erhobenen Zahlungen und nicht ausschließlich auf E-Commerce-Transaktionen, verdeutlichen jedoch die zunehmende Bedeutung digitaler Zahlungswege.

Was Zahlungssicherheit im E-Commerce tatsächlich umfasst

Payment Security lässt sich nicht auf die Verschlüsselung einer Checkout-Seite reduzieren. Ein tragfähiges Sicherheitskonzept betrachtet den gesamten Weg von der Auswahl der Zahlungsmethode bis zur Verarbeitung, Weiterleitung und gegebenenfalls Speicherung relevanter Daten.

Dazu gehören insbesondere:

  • eine verschlüsselte Datenübertragung und hinreichend geschützte technische Systeme
  • geeignete Authentifizierungsverfahren für elektronische Zahlungen
  • die sichere Integration von Zahlungsdienstleistern und Schnittstellen
  • Maßnahmen zur Betrugsprävention im E-Commerce
  • ein angemessener Schutz personenbezogener Kunden- und Zahlungsdaten
  • dokumentierte Prozesse für Monitoring, Updates, Zugriffsrechte und Sicherheitsvorfälle

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Online-Shops zahlreiche sensible Informationen verarbeiten können. Dazu zählen persönliche Kontaktdaten, Bankverbindungen sowie Kreditkarten- und weitere Zahlungsdaten. Eine vom BSI untersuchte Auswahl an Shopsoftware-Produkten zeigte zudem, dass Sicherheitslücken in solchen Systemen erhebliche Auswirkungen auf die Datensicherheit haben können.

Damit wird deutlich: Online-Shop-Sicherheit entsteht nicht allein beim Payment-Provider. Auch Shopsoftware, Erweiterungen, Benutzerkonten, Drittanbieter-Skripte, Serverkonfigurationen und interne Berechtigungen beeinflussen die Sicherheit eines Zahlungsprozesses.

Warum Zahlungssicherheit im E-Commerce unmittelbar Vertrauen beeinflusst

Im stationären Handel nehmen Kunden das Unternehmen, die Räumlichkeiten und oft auch Ansprechpartner unmittelbar wahr. Im Online-Handel übernehmen digitale Signale einen Teil dieser Vertrauensfunktion.

Im Checkout verschärft sich diese Situation. Besucher sollen nicht nur einem unbekannten technischen Prozess vertrauen, sondern zusätzlich Kreditkartendaten eingeben, sich bei einem Zahlungsdienst authentifizieren oder eine Banktransaktion bestätigen.

Unklare Weiterleitungen, ungewöhnliche Zahlungsabfragen, Browserwarnungen oder ein technisch inkonsistenter Checkout können Zweifel erzeugen. Eine verständliche Nutzerführung vermittelt dagegen, dass der Händler seinen Zahlungsprozess professionell organisiert hat.

Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne sichtbare Merkmale Sicherheit belegen. Eine HTTPS-Verbindung bestätigt beispielsweise zunächst nur die verschlüsselte Kommunikation mit der aufgerufenen Website. Sie ist ein notwendiger Sicherheitsbaustein, aber kein alleiniger Nachweis dafür, dass ein Anbieter vertrauenswürdig ist.

Das BSI nennt für die Einschätzung von Online-Shops mehrere Merkmale, darunter eine verschlüsselte Verbindung, transparente Kontaktinformationen, klar ausgewiesene Preise, mehrere Zahlungsmöglichkeiten und überprüfbare Gütesiegel. Solche Merkmale können als Trust-Signale im E-Commerce Orientierung geben. Sie ersetzen jedoch keine technische Sicherheitsprüfung.

Zahlungsbetrug verhindern: Warum einzelne Schutzmaßnahmen nicht ausreichen

Fraud Prevention muss mit einem grundlegenden Problem umgehen: Betrugsmethoden verändern sich. Maßnahmen, die eine bestimmte Angriffsform wirksam eindämmen, führen nicht automatisch dazu, dass alle übrigen Betrugsszenarien verschwinden.

Der gemeinsame Bericht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA und der Europäischen Zentralbank zeigt diese Entwicklung deutlich. Für 2024 wurde im Europäischen Wirtschaftsraum ein Betrugsvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro erfasst, nach 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2023. Die Betrugsquote blieb, bezogen auf den gesamten Transaktionswert, mit rund 0,002 Prozent stabil. Die Behörden kommen zu dem Ergebnis, dass die starke Kundenauthentifizierung weiterhin vor allem gegen jene Betrugsarten wirkt, für die sie konzipiert wurde. Zugleich gewinnen Betrugsformen an Bedeutung, bei denen Zahlende manipuliert werden.

Für Händler ergibt sich daraus ein mehrstufiger Ansatz. Fraud Prevention sollte nicht ausschließlich auf einer einzelnen Authentifizierungsmethode beruhen.

Sinnvolle Ebenen einer solchen Strategie können sein:

  • starke Kundenauthentifizierung dort, wo sie regulatorisch erforderlich ist
  • Risikoprüfungen und Fraud-Werkzeuge des eingesetzten Zahlungsdienstleisters
  • Monitoring auffälliger Bestell- und Zahlungsereignisse
  • wirksam geschützte Administrations- und Kundenkonten
  • aktuelle Shopsoftware, Erweiterungen und Drittanbieter-Komponenten
  • definierte Abläufe für verdächtige Vorgänge und Sicherheitsvorfälle

Europol empfiehlt Unternehmen im Online-Handel ebenfalls, Beschäftigte für Betrugsrisiken zu sensibilisieren, verfügbare Fraud-Prevention-Werkzeuge einzusetzen und sich mit dem Acquirer beziehungsweise Zahlungsdienstleister über Sicherheitsanforderungen und geeignete Schutzmechanismen abzustimmen.

Maßgeblich ist eine risikobasierte Ausgestaltung. Ein Shop mit digitalen Produkten, hochpreisigen Waren oder internationalem Versand kann anderen Betrugsmustern ausgesetzt sein als ein regional ausgerichteter Fachhändler. Sicherheitsregeln müssen zum Geschäftsmodell, Warenkorb, Kundenverhalten und Zahlungsportfolio passen.

Wer an dieser Stelle nicht sicher benennen kann, welche Betrugsmuster im eigenen Shop auftreten, braucht dafür kein umfassendes Sicherheitsprojekt. Als Einstieg genügt ein strukturierter Blick auf die vorhandenen Bestell- und Zahlungsdaten. Fragen Sie dafür einen Checkout-Quickcheck an: Wir sehen uns Ihren Bezahlprozess an und benennen drei konkrete Ansatzpunkte.

Starke Kundenauthentifizierung und 3D Secure richtig einordnen

Ein zentraler regulatorischer Baustein für elektronische Zahlungen in Europa ist die starke Kundenauthentifizierung, häufig als Strong Customer Authentication (SCA) bezeichnet.

Artikel 97 der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) sieht eine starke Kundenauthentifizierung unter anderem dann vor, wenn ein Zahler einen elektronischen Zahlungsvorgang auslöst. Bei elektronischen Fernzahlungen muss die Authentifizierung zudem dynamisch mit einem bestimmten Betrag und Zahlungsempfänger verbunden sein. Die ergänzenden regulatorischen Vorgaben enthalten unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen von der SCA-Pflicht.

Bei Kartenzahlungen begegnet Händlern in diesem Zusammenhang regelmäßig 3D Secure beziehungsweise EMV 3-D Secure. Wichtig ist die fachliche Abgrenzung: 3D Secure ist ein Kommunikations- und Authentifizierungsprotokoll im Kartenzahlungsumfeld und nicht selbst ein vollständiger Authentifizierungsfaktor.

Die EBA hat klargestellt, dass das 3-D-Secure-Protokoll für sich genommen nicht als Inhärenzelement der starken Kundenauthentifizierung anzusehen ist. Ausschlaggebend ist, welche konkreten Authentifizierungselemente innerhalb des Zahlungsprozesses eingesetzt werden und ob die regulatorischen Anforderungen erfüllt sind.

Für Shopbetreiber bedeutet dies: Die technische und regulatorische Ausgestaltung sollte nicht anhand der bloßen Anzeige „3D Secure aktiviert“ beurteilt werden. Relevant sind die Konfiguration des Payment-Setups, der eingesetzte Zahlungsdienstleister, die Kartenprozesse und die Authentifizierungsabläufe.

Die Wirksamkeit der SCA ist belegt. EBA und EZB stellten bereits bei früheren Auswertungen fest, dass SCA-authentifizierte Transaktionen vor allem bei Kartenzahlungen geringere Betrugsraten aufwiesen als nicht entsprechend authentifizierte Zahlungen.

PCI-DSS-Konformität ist ein eigener Baustein der Payment Security

Wer Kartenzahlungen akzeptiert, begegnet regelmäßig dem Begriff PCI-DSS-Konformität. Der Payment Card Industry Data Security Standard ist kein deutsches Gesetz und keine EU-Verordnung, sondern ein von der Kartenindustrie entwickelter Sicherheitsstandard.

Der Europäische Datenschutzbeauftragte beschreibt PCI DSS als einen vom PCI Security Standards Council gepflegten Standard, der verschiedene Bereiche des elektronischen Zahlungslebenszyklus und insbesondere den Schutz sensibler Karteninhaberdaten adressiert. Auch ENISA ordnet PCI DSS als Sicherheitsstandard der Zahlungskartenindustrie ein.

Welche PCI-DSS-Pflichten ein Händler erfüllen muss, hängt unter anderem davon ab, wie Kartendaten innerhalb seiner technischen Architektur verarbeitet werden und welche Zahlungsdienstleister sowie Integrationsmodelle zum Einsatz kommen. Die Einstufung sollte mit dem zuständigen Payment-Provider beziehungsweise Acquirer und bei Bedarf mit qualifizierten Sicherheitsexperten geklärt werden.

Eine wichtige strategische Frage lautet dabei: Muss der eigene Shop sensible Kartendaten überhaupt selbst verarbeiten?

Je stärker sensible Zahlungsdaten innerhalb spezialisierter Payment-Infrastrukturen verarbeitet werden, desto klarer lässt sich die technische Verantwortungsverteilung gestalten. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass der Händler keine Sicherheitsverantwortung mehr trägt. Manipulierte Shopsoftware, kompromittierte Administratorzugänge oder schädliche Drittanbieter-Skripte können weiterhin Risiken verursachen.

PCI DSS, PSD2/SCA und Datenschutz erfüllen zudem unterschiedliche Funktionen. Ein Shop sollte diese Bereiche nicht gleichsetzen.

Kundendaten schützen: Zahlungssicherheit endet nicht bei der Transaktion

Ein Checkout verarbeitet meist mehr als reine Zahlungsinformationen. Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen, Bestelldaten, Kundenkonten und technische Daten können ebenfalls personenbezogen sein.

Damit greifen zusätzlich die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Artikel 5 DSGVO enthält unter anderem die Grundsätze der Zweckbindung und Datenminimierung. Artikel 32 verlangt unter Berücksichtigung des jeweiligen Risikos geeignete technische und organisatorische Maßnahmen für ein angemessenes Schutzniveau. Genannt werden beispielsweise Verschlüsselung sowie Maßnahmen zur Sicherstellung von Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme.

Für Unternehmen sollte Kundendaten schützen deshalb mehr bedeuten, als ein gültiges TLS-Zertifikat einzusetzen.

Das BSI beschreibt Transport Layer Security als ein Verfahren, mit dem insbesondere Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität übertragener Informationen geschützt werden können. Für Online-Shops ist TLS damit eine wichtige technische Grundlage bei der Übertragung sensibler Daten.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, welche Daten der Shop tatsächlich benötigt, wo diese verarbeitet werden, wer Zugriff erhält und wie lange die Informationen erforderlich sind. Auch Administratorzugänge erfordern besondere Aufmerksamkeit. Ein kompromittiertes Backend kann Auswirkungen auf weit mehr als den Zahlungsbereich haben.

Aktualisierungen gehören ebenfalls zur Payment Security. In seiner Untersuchung von Shopsoftware identifizierte das BSI unter anderem verwundbare Drittanbieter-Bibliotheken und Schwächen bei Passwortkonfigurationen. Wer Kundendaten schützen möchte, muss daher auch Abhängigkeiten und Erweiterungen des Shops im Blick behalten.

Welche Trust-Signale im E-Commerce wirklich sinnvoll sind

Sicherheit muss technisch gegeben sein. Vertrauen entsteht zusätzlich dadurch, dass Kunden relevante Informationen erkennen und einordnen können.

Ein vertrauenswürdiger Online-Shop zeichnet sich nicht durch möglichst viele Logos im Checkout aus. Entscheidend ist, ob die sichtbaren Signale nachvollziehbar und überprüfbar sind.

Zu den sinnvollen Trust-Signalen können gehören:

  • eine durchgängig verschlüsselte Verbindung ohne Browserwarnungen
  • eindeutig erkennbare Zahlungsarten und bekannte Zahlungsdienstleister
  • vollständige Unternehmens- und Kontaktinformationen
  • transparente Preise, Versandkosten und Zahlungsbedingungen
  • verifizierbare Gütesiegel statt rein grafisch eingebundener Logos
  • klare Informationen dazu, ob und wie ein Käuferschutz greift

Gerade beim Käuferschutz ist Präzision notwendig. Besteht ein solcher Schutz nur bei einzelnen Zahlungsmethoden oder unter definierten Bedingungen, sollte der Shop keine pauschalen Aussagen treffen. Vertrauen entsteht durch präzise Informationen und nicht durch Versprechen, die über die Leistung der jeweiligen Zahlungsart hinausgehen.

Auch die Platzierung ist relevant. Sicherheits- und Zahlungsinformationen sollten dort auffindbar sein, wo die entsprechende Frage entsteht. Hinweise auf akzeptierte Zahlungsmethoden gehören beispielsweise nicht ausschließlich in einen allgemeinen FAQ-Bereich; andernfalls erfahren Kunden erst unmittelbar vor dem Bezahlen, welche Optionen verfügbar sind.

Trust-Signale können Unsicherheit reduzieren. Eine allgemeingültige Steigerung der Conversion Rate durch einzelne Sicherheitssignale lässt sich aus den hier verwendeten offiziellen deutschen und EU-Quellen jedoch nicht fundiert ableiten. Unternehmen sollten solche Effekte im eigenen Shop messen, anstatt pauschale Conversion-Versprechen zugrunde zu legen.

Sichere Zahlungsmethoden: Nicht jede Zielgruppe braucht dasselbe Portfolio

Die Frage nach den sicheren Zahlungsmethoden lässt sich nicht mit einer einzigen Rangliste beantworten. Die einzelnen Verfahren verteilen Risiken, Authentifizierung und Verantwortlichkeiten unterschiedlich.

Das BSI weist in seiner Veröffentlichung „Sicher zahlen im E-Commerce“ darauf hin, dass Online-Bezahlverfahren jeweils Vor- und Nachteile aufweisen und Nutzer abhängig von ihren individuellen Sicherheitsanforderungen abwägen müssen.

Aus Händlersicht kommt ein weiterer Faktor hinzu: Akzeptanz. Ein technisch abgesicherter Checkout hilft wirtschaftlich nur begrenzt, wenn relevante Kundengruppen ihre bevorzugte Zahlungsart nicht finden.

Die Auswahl der Payment-Methoden sollte anhand mehrerer Kriterien erfolgen: Zielgruppe, Transaktionshöhe, Geschäftsmodell, Länder, Gebührenstruktur, Zahlungsausfallrisiko, Betrugsrisiko und technische Integration.

Mehr Zahlungsmethoden sind dabei nicht automatisch besser. Jede zusätzliche Integration schafft weitere Prozesse, Abhängigkeiten und mögliche Fehlerquellen. Das Zahlungsportfolio sollte aus diesem Grund bewusst gesteuert werden.

Sicherheit und Conversion Rate müssen kein Gegensatz sein

Sicherheitsmaßnahmen gelten im E-Commerce mitunter als Conversion-Hürde. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Jede zusätzliche Prüfung kann einen Checkout verlängern.

Die daraus abgeleitete Forderung, möglichst wenige Sicherheitskontrollen einzusetzen, greift jedoch zu kurz.

Ein vertrauenswürdiger Zahlungsprozess sollte Sicherheitsanforderungen so umsetzen, dass Nutzer jederzeit verstehen, was geschieht. Probleme entstehen häufig weniger durch Sicherheit selbst als durch inkonsistente Nutzerführung: unerwartete Weiterleitungen, fehlende Erklärungen, Fehlermeldungen ohne Handlungsoption oder ein Checkout, der nach einer Authentifizierung nicht erkennbar fortgesetzt wird.

Auch die europäischen Anforderungen berücksichtigen das Verhältnis von Sicherheit und Risiko. Die technischen Regulierungsstandards zur starken Kundenauthentifizierung sehen unter definierten Voraussetzungen Ausnahmen vor. Damit wird deutlich, dass risikoadäquate Sicherheit nicht mit maximaler Reibung bei jeder einzelnen Zahlung gleichzusetzen ist.

Wer die Conversion Rate steigern möchte, sollte Payment Security nicht gegen Nutzerfreundlichkeit ausspielen. Sinnvoller ist die Frage, wie beide Ziele innerhalb einer konsistenten Checkout-Architektur berücksichtigt werden können.

Messbar werden die Auswirkungen beispielsweise über Abbruchraten pro Checkout-Schritt, Fehlerraten nach Zahlungsart, Autorisierungsquoten, technische Abbrüche und Auffälligkeiten bei Betrugsfällen. Daraus lassen sich gezielte Optimierungsmaßnahmen ableiten, ohne die Schutzmechanismen pauschal zu reduzieren.

Diese Kennzahlen liegen in den meisten Shops bereits vor, werden jedoch selten gemeinsam ausgewertet. Wenn Sie wissen möchten, an welchem Schritt Ihres Checkouts Bestellungen verloren gehen, schicken Sie uns die Adresse Ihres Shops für einen Checkout-Quickcheck.

Payment Security sollte als laufender Prozess organisiert werden

Ein einmal konfigurierter Checkout bleibt nicht dauerhaft unverändert. Shopsoftware erhält Updates, Zahlungsanbieter entwickeln ihre Systeme weiter, regulatorische Anforderungen verändern sich und Angreifer passen ihre Vorgehensweisen an.

Die EBA und die EZB weisen mit Blick auf aktuelle Betrugsmuster darauf hin, dass sich Fraud-Szenarien weiterentwickeln. Gerade die zunehmende Manipulation von Zahlenden zeigt, weshalb bestehende Sicherheitskontrollen regelmäßig bewertet werden müssen.

Für Shopbetreiber empfiehlt sich ein wiederkehrender Prüfprozess:

  • Zahlungsarten, Provider und Checkout-Abläufe regelmäßig technisch überprüfen
  • Sicherheitsupdates für Shopsoftware und Erweiterungen zeitnah bewerten und einspielen
  • Zugriffsrechte und besonders privilegierte Konten kontrollieren
  • Fraud-Regeln anhand realer Auffälligkeiten weiterentwickeln
  • technische Zahlungsabbrüche und Fehler im Reporting beobachten
  • Datenschutz-, SCA- und PCI-DSS-Anforderungen den jeweiligen Verantwortlichkeiten eindeutig zuordnen

Diese Aufgaben müssen nicht alle von demselben Dienstleister erfüllt werden. Wesentlich ist, dass Verantwortung nicht zwischen Shopbetreiber, Payment-Provider, Hosting, Softwareanbieter und weiteren Beteiligten verloren geht. Gerade bei komplexeren Shops ist eine dokumentierte Verantwortungsverteilung sinnvoll.

Sieben Fragen zur Selbstprüfung Ihres Checkouts

Ob diese Zuständigkeiten in Ihrem Unternehmen verankert sind, lässt sich mit sieben Fragen prüfen:

  1. Wer prüft in Ihrem Unternehmen, ob Zahlungen technisch fehlerfrei abgeschlossen werden?
  2. Wissen Sie, welcher Anteil Ihrer Bestellungen im Checkout abgebrochen wird und an welchem Schritt das geschieht?
  3. Wer entscheidet bei einer verdächtigen Bestellung, ob sie ausgeliefert oder storniert wird?
  4. Wann wurden Shopsoftware, Zahlungsmodule und Drittanbieter-Erweiterungen zuletzt aktualisiert?
  5. Wer besitzt administrativen Zugriff auf Ihr Shop-Backend, und ist diese Übersicht aktuell?
  6. Ist mit Ihrem Zahlungsdienstleister oder Acquirer geklärt, welche PCI-DSS-Anforderungen Ihr Shop selbst erfüllen muss?
  7. Prüft jemand vor der Installation eines neuen Checkout-Moduls, welche Daten es verarbeitet und wohin es diese überträgt?

Bleiben drei oder mehr Fragen offen, fehlt in der Regel keine zusätzliche Technik, sondern eine dokumentierte Zuständigkeit.

Zahlungssicherheit wird zum Qualitätsmerkmal des gesamten Online-Shops

Zahlungssicherheit im E-Commerce betrifft Technik, Datenschutz, Zahlungsregulierung, Betrugsprävention und Nutzerführung zugleich. Starke Kundenauthentifizierung und 3D Secure können wichtige Bestandteile eines abgesicherten Kartenzahlungsprozesses sein. PCI-DSS-Konformität adressiert den Schutz von Karteninhaberdaten innerhalb des entsprechenden Anwendungsbereichs. TLS schützt die Datenübertragung. Fraud Prevention ergänzt diese Ebenen um die Erkennung und Behandlung verdächtiger Vorgänge.

Für Kunden zeigt sich die Qualität dieses Zusammenspiels vor allem im Checkout. Eine verständliche Zahlungsabwicklung, bekannte Zahlungsmöglichkeiten, transparente Informationen und überprüfbare Trust-Signale können dazu beitragen, Unsicherheit zu reduzieren.

Für Unternehmen sollte daraus keine isolierte Sicherheitsinitiative entstehen. Payment Security gehört in die laufende Weiterentwicklung des Shops. Wer technische Sicherheit, Checkout-Optimierung und Datenanalyse gemeinsam betrachtet, kann Schwachstellen früher erkennen und Entscheidungen auf fundierte Erkenntnisse stützen.

Zahlungssicherheit im E-Commerce professionell mitdenken

Ein leistungsfähiger Online-Shop benötigt nicht nur attraktive Produkte und einen funktionierenden Warenkorb. Auch Payment-Integration, Nutzerführung und kontinuierliche Conversion-Optimierung sollten strukturiert geplant werden.

Die Varexa Digitalagentur arbeitet genau an diesen Punkten: an leistungsstarken Shop-Lösungen, an Kauf- und Checkout-Prozessen, die Sicherheitsanforderungen und Nutzerführung zusammenführen, sowie an Analytics und Reporting, mit denen Abbrüche, Fehlerraten und Autorisierungsquoten sichtbar werden.

Regulatorische Fragen und PCI-DSS-Einstufungen entscheidet Ihr Zahlungsdienstleister oder Acquirer. Wir stimmen die technische Umsetzung im Shop mit diesen Vorgaben ab, damit zwischen Shopsystem, Payment-Provider und Hosting keine offenen Zuständigkeiten bleiben.

Checkout-Quickcheck anfragen: Sie senden uns die Adresse Ihres Shops, wir prüfen Ihren Checkout und benennen die drei Punkte mit der größten Wirkung. Ob daraus ein Projekt wird, entscheiden Sie danach.

Quellenangaben

  • Deutsche Bundesbank: „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“, veröffentlicht am 17. Juni 2026.
  • Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und Europäische Zentralbank (EZB): „Joint EBA-ECB report on payment fraud: strong authentication remains effective but fraudsters are adapting“, 15. Dezember 2025.
  • EUR-Lex: Richtlinie (EU) 2015/2366 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (PSD2), insbesondere Artikel 97.
  • EUR-Lex: Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 zu technischen Regulierungsstandards für starke Kundenauthentifizierung und sichere Kommunikation.
  • Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA): Single Rulebook Q&A 2019_4671 zu EMV 3-D Secure und starker Kundenauthentifizierung.
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „BSI-Studie: Viele Software-Produkte für Onlineshops sind unsicher“, 27. Februar 2023.
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „IT-Sicherheit auf dem digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Onlineshopping-Plattformen“.
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): BSI TR-02102-2 „Kryptographische Verfahren: Verwendung von Transport Layer Security (TLS)“.
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „Sicher zahlen im E-Commerce“.
  • EUR-Lex: Verordnung (EU) 2016/679 – Datenschutz-Grundverordnung, insbesondere Artikel 5 und Artikel 32.
  • Europäischer Datenschutzbeauftragter (EDPS): „TechDispatch #2/2021 – Card-based Payments“.
  • Europol: „Safe sales, safe revenue“ – Hinweise zur Betrugsprävention für Unternehmen im E-Commerce.